Überlebenshandbuch für IT-Anfragen (oder: Wie man den Admin nicht in den Wahnsinn treibt)

Willkommen im digitalen Zeitalter! Da wir festgestellt haben, dass die Kommunikation zwischen „Mensch“ und „IT-Meister“ manchmal komplizierter ist als eine Enigma-Verschlüsselung, haben wir hier einen Leitfaden erstellt. Bitte lesen, verstehen und – Gott bewahre – danach handeln.

1. Die Wahl des Kanals: Das Ticket-System ist kein Vorschlag

Es gibt einen Grund, warum wir ein Ticket-System haben. Es ist nicht dazu da, dich zu ärgern.

  • Die Regel: Ein Ticket ist eine Aufgabe. Eine E-Mail in mein persönliches Postfach ist Müll.
  • Warum? In meinem Postfach landen bereits Newsletter, Spam und die „Huhu“-Anfragen der Weltgeschichte. Wenn du willst, dass dein Problem gelöst wird, gib ihm eine Nummer. Wer direkt schreibt, um „die Schlange zu überspringen“, landet automatisch ganz unten auf der Prioritätenliste. Aus Prinzip.

2. Die „Huhu“-Sperre

Sätze, die mit „Huhu“ beginnen, lösen bei Administratoren einen Fluchtreflex aus.

  • Der Tipp: Komm zum Punkt. Wir sind hier nicht bei Tinder, sondern in der Betriebstechnik. „Huhu, geht gerade nicht“ ist keine Fehlermeldung, sondern ein Zustand allgemeiner Ratlosigkeit. Beschreibe, was nicht geht, seit wann es nicht geht und welche Fehlermeldung erscheint. „Es macht ‚Pling‘ und dann ist alles weg“ hilft niemandem.

3. Das Salami-Taktik-Verbot (Kein Doppel-Feuern!)

Wenn du ein Ticket schreibst, hast du deine Schuldigkeit getan. Es ist absolut nicht notwendig:

  • …mir das gleiche Ticket noch einmal persönlich zu schicken.
  • …mich fünf Minuten später anzurufen, um zu fragen, ob ich das Ticket bekommen habe.
  • …die Verwaltung in CC zu setzen, um „Druck“ aufzubauen.
  • Effekt: Jede doppelte Meldung verlängert die Bearbeitungszeit für alle anderen um genau die Zeit, die ich brauche, um deinen digitalen Datenmüll zu sortieren.

4. Das „16:50 Uhr“-Gesetz

Wir wissen alle, dass die Welt um 17:00 Uhr endet. Wenn du also um 16:50 Uhr feststellst, dass dein Drucker seit dem 13. Februar keine Lust mehr hat, dann ist das kein Notfall für heute.

  • Die goldene Regel: Wer erst kurz vor Feierabend den Rechner einschaltet, muss mit den Konsequenzen leben. Dein spätes Erwachen macht dein Problem nicht zu meiner Überstunde.

5. Das Fritz!Box-Diplom bitte zu Hause lassen

Nur weil du zu Hause erfolgreich dein WLAN-Passwort in „123456“ geändert hast, bist du kein Netzwerktechniker.

  • Bitte unterlassen: Ratschläge, wie wir unsere Telefonanlage konfigurieren sollten, weil das bei deiner Fritz!Box „viel einfacher“ geht. Wir administrieren hier ein Unternehmen, kein Wohnzimmer. Wenn du Vorschläge zur Architektur hast, bring bitte mindestens einen Master in Informatik mit – ein Bachelor (besonders in Controlling) zählt nicht.

6. Dokumentation statt Hotline-Hopping

Hör auf, Stunden in Hotlines zu verbringen und mir danach zu erzählen, was „ein Herr Müller“ am Telefon gesagt hat.

  • Pro-Tipp: Schreib es auf. Nutze das Ticket. Ein geschriebenes Wort ist eine Tatsache. Ein Telefonat mit einer Hotline ist lediglich akustische Zeitverschwendung ohne Beweiskraft.

Zusammenfassung: Schreib ein Ticket. Sei präzise. Sei geduldig. Und lass das „Huhu“ weg. Dann klappt es auch mit der Nachbarschaft – und deinem Zugriff auf das System.

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